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Das Kind in der Not

Das Kind in der Not


Krankheitserleben

Die Diagnose einer unheilbaren, behindernden Krankheit und die schwere somatische Krise stellen traumatisierende Faktoren dar, die als Schock erlebt werden können.


Jahresversammlung Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie, Juni 2004


Bei der Diagnose Krebs fallen die meisten Menschen in einen schockähnlichen Zustand, der sich häufig durch Verwirrung, Erstarrung oder Verleugnung äußert. Krebs überfällt uns und schürt unbändige, nie gekannte Ängste. Häufig bleibt kaum Zeit für eine Orientierung, die Ereignisse überschlagen sich, es folgen Operationen, Chemo-Strahlen-, Hormontherapie... Trifft Krebs Mutter oder Vater von Kindern, die noch zu Hause leben, stehen diese meistens alleine mitten im Chaos, vergessen und einsam, weil alle viel zu sehr mit sich selbst und dem Erkrankten beschäftigt sind. Für die Belastungen, denen die Kinder im Verlauf der Krebserkrankung eines Elternteils ausgesetzt sind, haben die Eltern häufig kein oder nur ein eingeschränktes Empfinden, was verständlich ist.

Untersuchungen, vor allem aus dem angloamerikanischen Raum, zeigen auf, dass die Lebenssituation der betroffenen Kinder - abhängig von deren Alter - durch ein solches Ereignis in der Familie wesentlich beeinflusst wird. Laut einer Untersuchung in Großbritannien erkrankt jede zwölfte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, bei 30% der Patientinnen wird diese Erkrankung diagnostiziert, während die Kinder noch zu Hause leben. In Deutschland sieht die Situation ähnlich aus. Hier erkranken jedes Jahr ca. 400.000 Menschen neu an Krebs (davon ca. 50.000 an Brustkrebs). Die Kinder bleiben mit ihren Ängsten zum Teil allein. Die erkrankten Eltern sowie das medizinische Fachpersonal fühlen sich im Hinblick auf eine kindgerechte krankheitsvermittelnde Kommunikation gegenüber den Kindern meist hilflos und überfordert. Die Erfahrung und wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder aller Altersgruppen in dieser besonderen Situation auch einer ganz besonderen Unterstützung bedürfen.

 


Die Ängste der Kinder sind vielschichtig

  • Angst vor Tod des kranken Elternteils
  • Angst vor Vererbung
  • Angst vor Ansteckung durch Infektion
  • Angst vor eigenem Tod (durch Unfall, Krebs oder Krankheit)
  • Angst, den gesunden Elternteil zu verlieren
  • Damokles-Syndrom (existenzielle Überlebensängste)
  • Kontinuierliche Beschäftigung mit Krankheit oder Tod
  • Verschiedene Ängste (Hospitalisation, Spritzen)

Jahresversammlung Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie, Juni 2004

 

Die psychische, gesundheitliche und soziale Entwicklung der Kinder kann erschwert und nachhaltig geschädigt werden, wenn auf ihre speziellen Probleme nicht eingegangen wird. In diesem Zusammenhang werden immer wieder acht Hauptsymptome einer gestörten Bewältigung aufgeführt: Repressive Symptome wie Daumenlutschen, Trennungsangst, Bettnässen, depressive Symptome mit und ohne Selbstmordtendenz, Angstsymptome, Konzentrations- und Lernstörungen, Zwangssymptome, Konversionssymptome, Verwahrlosung, Drogenmissbrauch, Überanpassung ("pathologische Unauffälligkeit").

 


Forschungsergebnisse von Studien bei Kindern und Jugendlichen mit krebskranken Eltern

Adoleszente Töchter krebskranker Mütter wiesen das höchste Mass an psychischen Auffälligkeiten auf

(Compas, Worsham, Grant, Welch 1994-1996)


Jahresversammlung Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie, Juni 2004

 

 

Englische Wissenschaftler fordern, dass Ärzte bzw. paramedizinisches Fachpersonal bereits in einem frühen Erkrankungsstadium mit den Eltern, also auch mit den Patienten, besprechen müssen, was und wie diese das Erkrankungsgeschehen ihren Kindern vermitteln. Dies ist leichter gefordert als ausgeführt, denn keine der Parteien (Eltern, Ärzte, Kinder) verfügt über die Gabe der instinktiv „gesunden“ Kommunikation bei der Konfrontation mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Spezielle Beratungsstellen sowie medizinisch und sozialpädagogisch geschultes Personal scheint es kaum zu geben.

 

 


Folgende aktuelle Studien spiegeln die Situation Kinder eines schwer erkrankten Elternteils wider:

 

COSIP (Children Of Somatically Ill Parents) Kinder körperlich kranker Eltern EU Studie, RTD Project Nr. QLG4-CT-2001-02378 von 01.01.2002-31.03.2005.

Mit einem Gesamtetat von € 2,4 Millionen, davon EU Bezuschussung in Höhe von € 1,9 Millionen. Teilnehmer- Länder: Deutschland, Österreich, Dänemark, Finnland, Griechenland, Rumänien, Schweiz, Großbritannien. Ein Ausschnitt

  • 150 000 Kinder sind jährlich in Deutschland neu betroffen, ausschließlich bezogen auf die Diagnose Krebs
  • Fast die Hälfte von ihnen zeigt ohne Intervention deutliche Verhaltensauffälligkeiten, schulischen Leistungsabfall, soziale Isolation
  • Bei mehr als 30 Prozent von ihnen fallen klinische relevante Angstsymptome, depressive Verhaltensweisen und psychosomatische Beschwerden auf


Koordinator des Projekts: Uni Klinik Eppendorf (UKE), Deutschland. Leitung: Dr. Romer Der Abschlussbericht ist z. Zt. nur in englischer Sprache erhältlich.

Auf der Homepage der UKE http://www.uke.uni-hamburg.de findet man unter Publikationen zahlreiche Veröffentlichungen von den Dres. Romer, Haagen, Riedesser et al. zum Thema Leid der Kinder körperlich kranker Eltern.


 


Projekt Flüsterpost

Mit dem Projekt Flüsterpost im Fachbereich Sozialwesen der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg wurde im Jahr 2002 unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Trabert (Professor für Medizin und Sozialmedizin) eine groß angelegte Studie lanciert, deren Ergebnisse nun vorliegen. Dieses Projekt beleuchtet die Situation von Kindern, deren Eltern (oder ein Elternteil) an Krebs erkrankt sind.

Ein Ausschnitt:

  • Alle Eltern beklagten ein Wissens- und Informationsmangel des Fachpersonals zu diesem Thema
  • Jedes dritte Kind wollte wissen, ob Vater oder Mutter sterben müssen
  • 39% der Kinder im Vorschulalter zeigten Veränderungen im Spielverhalten
  • 30% der Kinder im Schulalter zogen sich in sich zurück
  • 50% der 11-14 jährigen zeigten einen Leistungsabfall in der Schule
  • 30% der 11-14 jährigen zogen sich von der Familie zurück mit zunehmenden Aggressionen
  • 39% der 15-18 jährigen zeigten einen Leistungsabfall in der Schule
  • 30% der 15-18 jährigen zogen sich von der Familie zurück mit zunehmenden Aggressionen

 

Informationen zur Studie und zu dem Verein Flüsterpost:

 

Flüsterpost e.V.
Barbarossastr. 4
55118 Mainz

Tel.: 0 61 31 / 62 79 071
E-Mail: fluesterpost-mainz@freenet.de
Internet: http://www.kinder-krebskranker-eltern.de

 


 

In diesen Notstand wird die Stiftung mit dem ersten Projekt „gemeinsam gesund werden“, das am 25. Oktober 2006 in der Klinik Ostseedeich in Grömitz startete, eingreifen. Zunächst bei Müttern mit Brustkrebs soll sofort nach der Erstbehandlung die Bahn des reziproken Leidens (Elternteil erkrankt – Kind dadurch belastet - dies wiederum belastet Eltern/Elternteil) durchbrochen und damit sowohl die Lebensqualität der Betroffenen verbessert, als auch die präventive Auswirkung auf mitbetroffene Kinder gewährleistet werden.

Die über fünf Jahre gelaufende wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der psychoonkologischen Maßnahmen des Rehaprojekts hat gezeigt, wie förderlich sich diese auf die Entwicklung der Kinder (gesundheitlich, psychisch, schulische Leistungen...) und die Lebensqualität und gesundheitliche Stabilität der Mutter auswirkt hatten. Der Wunsch der Stiftung ist es, dass diese Form der Behandlung und Betreuung von Mutter und Kind zum Standard erhoben in Zukunft auch bei anderen Krebsarten angewendet werden und so vielen Familien wie möglich zugute kommen kann.

 

 

 

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